Peru

Rondas campesinas


Die Rondas campesinas haben sich 1976 in Chota im Norden Perus gegründet. Im Rahmen des Krieges zwischen Regierung und der Guerillaorganisation Sendero Luminoso war die Errichtung von Strukturen der Selbstorganisierung und Selbstverteidigung in indigenen und kleinbäuerlichen Gemeinden das Ziel.

Heute sind die Rondas in der Central Única Nacional de Rondas Campesinas del Perú (CURNAC-Perú) vereint und sind in 22 Regionen des Landes vertreten.

Ideologisch orientieren sich die Rondas an der anzestralen Kosmovision und Philosophie des „Guten Lebens“ (Buen Vivir), um in Harmonie mit „Mutter Erde“ (Mama Pacha) zu leben.

Die Rondas verfügen über ökonomische, soziale und politische Autonomie sowie über eigene Strukturen der Autorität und Rechtsprechung. Sie betrachten sich als unabhängig von jeglicher Staatsgewalt. Der Staat wird nicht als übergeordnet, sondern als gleichgestellter Gesprächs- und Kooperationspartner betrachtet. Die Basis selbst finanziert ihre Leader

Außerdem üben die Rondas ihre Rechte und Autorität innerhalb ihrer Territorien aus. Sie haben nicht nur Formen der lokalen Selbstverteidigung gegenüber Kleinkriminellen etabliert, sondern verteidigen ihr Territorium, das Leben und die Umwelt auch gegenüber neoliberalen und extraktiven Groß- und Megaprojekten.

Die Organisierung basiert auf den Prinzipien der kollektiven Entscheidungsfindung in Versammlungen (Asambleas). Die Bevölkerung gilt als Souverän. Die Individuen sollen an den kollektiven Beschlüssen der Asamblea partizipieren und sich diesen fügen.

Innerhalb der Rondas campesinas gibt es Frauenbündnisse, die sich in sogenannten Rondas campesinas femininas organisieren.

Pedro Castillo, der neu gewählte Präsident Perus, ist Mitglied der Rondas Campesinas.



Ziele

  • Das überragende Ziel ist die Errichtung eines plurinationalen, ökologischen und paritätischen Staates.
  • Die Rondas rufen aktuell zu einer Verfassungsgebenden Versammlung auf, an der die verschiedenen gesellschaftlichen Organisationen beteiligt sein sollen. Die neue Verfassung soll die kollektiven Rechte der indigenen Völker und deren Partizipation auf allen Ebenen des Staates garantieren und so einen plurinationalen Staat einrichten.
  • Gemeinsam mit weiteren Organisationen von Indigenen und Afroperuaner:innen hat CUNARC-Perú eine eigene politische und legislative Agenda entworfen und erwartet, dass diese vom Kongress und von der neuen Regierung übernommen wird.



(Informationen von der Central Única Nacional de Rondas Campesinas del Perú)